An das Haus

Das Wegmacherhaus

Lang schon stehst du ungebeugt,
in Inzing Mitte, unbeäugt.
Die Leut‘ gehn zwar an dir vorbei,
den meisten aber bist du einerlei.
Der Putz porös, die Mauern alt,
im Winter frierst du  eisigkalt.
Schleichend verfällst du unbemerkt,
es fehlt nur einer der dich stärkt.
Jahrhunderte magst du hier schon stehn‘,
doch keiner will dich dort mehr sehn‘.
Das Gebälk ist schief, die Dielen geborsten,
gefahrvoll ist es, dich zu durchforsten.

Seit neuestem tummeln sich ein paar Leut‘,
in deinem Inneren, was dich sehr freut‘.
Aufmerksamkeit hast  endlich bekommen,
kalte Nächte sind nicht mehr so beklommen.
wärmendes Licht strahlt in deinem Giebel,
beleuchtet marode Treppen und ein paar Ziegel,
Gewusel herrscht nun und viel Krach,
sie rütteln deine müden Mauern wach,

In der Kohlstatt wird laut geredet und gedacht,
was man wohl nun mit dir weiter macht.
Pläne werden geschmiedet, allerhand,
endlich wird dein Dasein anerkannt.
Fensterrahmen werden angemalt,
von draußen wirst du angestrahlt.
Skulpturen werden eilig aufgestellt,
mit Scheinwerfern der Keller aufgehellt.

Augen bestaunen dich, machen dich froh,
hoffentlich auch, bleibt das weiter so.

Verfasser: Martin Haller

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